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Nächste Dürre kommt – 7 Möglichkeiten zum Ertragsschutz

Dürre ist für europäische Landwirte längst keine bloße gelegentliche Herausforderung mehr. Im Juni 2026 waren 37 der Mitglieds- und Kooperationsländer der EUA von Dürrebedingungen betroffen. Und Klimaprognosen deuten darauf hin, dass Häufigkeit, Dauer und Intensität von Dürren in ganz Europa zunehmen werden. Zwar können Landwirte das Wetter nicht beeinflussen, wohl aber, wie effektiv ihre Böden die vorhandenen Niederschläge aufnehmen, speichern und nutzen.

Glücklicherweise verbessern viele der Maßnahmen, die die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürre erhöhen, zugleich auch die Bodengesundheit, die Effizienz und die langfristige Rentabilität. Hier sind sieben praktische Schritte, die Landwirte schon heute unternehmen können, um sich auf die nächste Dürre vorzubereiten.

Wasserspeicher bauen

1. Organische Substanz erhöhen

Bei Dürre wird der Boden zum wichtigsten Wasserspeicher des Betriebs.

Die organische Bodensubstanz wirkt wie ein Schwamm: Sie hilft dem Boden, Feuchtigkeit zu speichern, und verbessert gleichzeitig die Infiltration sowie die Wurzelentwicklung. Die Europäische Kommission stuft den Rückgang der organischen Bodensubstanz als eine der größten Bedrohungen für landwirtschaftliche Böden in Europa ein, da er sowohl die Bodenfruchtbarkeit als auch die Widerstandsfähigkeit des Bodens gegenüber Dürreperioden verringert. Dass derzeit 60 bis 70 % der europäischen Böden als ungesund gelten, unterstreicht das Ausmaß der Herausforderung, vor der die Landwirtschaft steht.

Der Aufbau organischer Substanz – etwa durch Zwischenfrüchte, die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern und Kompost sowie den Verbleib von Ernterückständen auf der Fläche – fördert die Bildung eines Bodenprofils, das mehr Wasser aufnehmen und über längere Zeiträume speichern kann.

Die Vorteile gehen über die Dürreresistenz hinaus: Böden mit einem höheren Gehalt an organischer Substanz zeichnen sich im Allgemeinen durch eine höhere biologische Aktivität, einen verbesserten Nährstoffkreislauf und ein kräftigeres Anwachsen der Kulturen auch unter schwierigen Bedingungen aus.

2. Boden bedeckt halten

Jeder im Boden gespeicherte Millimeter Feuchtigkeit kann in einem trockenen Sommer den Unterschied ausmachen.

Untersuchungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) haben gezeigt, dass die Verdunstung aus dem Boden bis zu fünfmal geringer sein kann, wenn die Bodenoberfläche durch Mulch oder Ernterückstände geschützt ist, als bei offenem Boden. Zwischenfrüchte und verbliebene Ernterückstände verringern die direkte Sonneneinstrahlung auf den Boden, mildern Temperaturschwankungen und bremsen den Feuchtigkeitsverlust durch Verdunstung.

Lebende Wurzeln im Boden zu belassen und für eine Bodenbedeckung zu sorgen, sind Grundprinzipien der regenerativen Landwirtschaft. Sie tragen dazu bei, die Wasseraufnahme bei Niederschlägen zu verbessern und Feuchtigkeitsverluste während Trockenperioden zu verringern.

Bei Starkregen sind bedeckte Böden zudem weniger erosionsanfällig; dies hilft Landwirten, wertvolle Feuchtigkeit zu speichern, anstatt zuzusehen, wie sie vom Feld abfließt.

3. Bodenverdichtungen beseitigen vor Ertragsrückgang

Die Europäische Kommission stuft Bodenverdichtung als eine der größten Bedrohungen für die Bodengesundheit in Europa ein, da sie das Porenvolumen verringert, das Wurzelwachstum hemmt und die Bewegung von Luft und Wasser im Bodenprofil einschränkt. Kulturen auf verdichteten Flächen haben oft Schwierigkeiten, auf tiefere Wasserreserven zuzugreifen – und das ausgerechnet dann, wenn sie diese am dringendsten benötigen.

Agronomische Studien von Valtra und AGCO haben gezeigt, dass sich durch die Absenkung des Reifendrucks mithilfe einer Reifendruckregelanlage die Tiefe der Bodenverdichtung um 17 % reduzieren und gleichzeitig die Effizienz bei der Feldarbeit um 1,8 % steigern lässt. Laut Jens Christian Jensen, Agronom bei AGCO, kann das Ertragspotenzial durch Bodenverdichtung jährlich um 3 bis 5 % sinken; umgekehrt kann bereits eine Ertragssteigerung von 1 % durch verringerte Verdichtung einen Mehrwert von rund 21 Euro pro Hektar bedeuten.

Gleichzeitig ermöglicht das Spurführungssystem Valtra Guide dem Fahrer, stets mit hoher Präzision denselben Fahrspuren zu folgen. Dies sorgt für ein gleichmäßigeres Befahrungsmuster und reduziert die Fläche, die wiederholten Überfahrten ausgesetzt ist.

Jede Überfahrt zählt

4. Fahrten durch smartes Feldmanagement verringern

Jede Überfahrt auf dem Feld verbraucht Kraftstoff, kostet Zeit und erhöht das Risiko von Bodenschäden.

Die moderne Landwirtschaft setzt verstärkt darauf, das Befahren der Flächen zu minimieren, ohne dabei die agronomische Leistung zu beeinträchtigen. Weniger Überfahrten schonen die Bodenstruktur, erhalten die für den Wasserhaushalt wichtigen Porenräume und schaffen bessere Bedingungen für die Wurzelentwicklung.

Mit der Teilbreitenschaltung Section Control können Landwirte bis zu drei Anbaugeräte gleichzeitig bei einer einzigen Überfahrt steuern. Anstatt mehrere separate Arbeitsgänge durchzuführen, lassen sich verschiedene Produkte in einem einzigen Arbeitsgang ausbringen.

Das Ergebnis sind weniger Überfahrten, ein geringerer Kraftstoffverbrauch, ein reduzierter Arbeitsaufwand und eine geringere Bodenbelastung. Dies trägt zur Erhaltung der Bodenstruktur bei und ermöglicht es Landwirten, ihre Feldarbeiten auch innerhalb immer knapper werdender Zeitfenster – bedingt durch die Witterung – zu erledigen.

5. Nährstoffmanagement verbessern

Gesunde Kulturen sind im Allgemeinen besser in der Lage, schwierigen Wachstumsbedingungen zu trotzen.

Bei Trockenheit kann die Nährstoffverfügbarkeit eingeschränkt sein, weshalb eine effiziente Ausbringung immer wichtiger wird. Ein präzises Nährstoffmanagement stellt sicher, dass die Pflanzen Zugang zu den Ressourcen haben, die sie für eine gesunde Wurzelentwicklung und eine effiziente Wasseraufnahme benötigen.

Eine gleichmäßige Düngung auf sehr heterogenen Flächen führt oft zu Ineffizienzen. Manche Bereiche erhalten mehr Nährstoffe als nötig, während schwächere Zonen zu wenig bekommen.

Eine präzisere Ausbringung der Betriebsmittel kann den Pflanzen helfen, das verfügbare Wasser effektiver zu nutzen, und gleichzeitig unnötige Kosten einsparen.

Die Smart-Farming-Lösungen von Valtra, einschließlich der variablen Ausbringmengensteuerung (Variable Rate Control), ermöglichen es, die Ausbringung exakt auf die jeweiligen Feldbedingungen und Applikationskarten abzustimmen.

Christel Thijssen, Valtra Kunde und Dienstleister im Bereich Präzisionslandwirtschaft, berichtet, dass die Kombination aus Bodenproben, Applikationskarten, Drohnenüberwachung und variabler Ausbringungstechnik den Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln in bestimmten Situationen um bis zu 70–90 % senken und gleichzeitig die Zielgenauigkeit sowie Effizienz steigern kann.

6. Fruchtfolgen und Wurzelsysteme diversifizieren

Keine einzelne Kulturpflanze kann die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürre allein gewährleisten.

Vielfältigere Fruchtfolgen können die Bodenstruktur verbessern, die biologische Aktivität steigern und tiefreichende Wurzelkanäle im gesamten Bodenprofil schaffen. Unterschiedliche Kulturen nutzen und verbessern den Boden auf jeweils eigene Weise.

Tiefwurzelnde Arten können dazu beitragen, Kanäle zu schaffen, durch die nachfolgende Kulturen auf Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten zugreifen können. Zudem können vielfältige Fruchtfolgen den Druck durch Schädlinge und Krankheiten verringern und gleichzeitig die allgemeine Resilienz des landwirtschaftlichen Betriebs stärken.

Viele Systeme der regenerativen Landwirtschaft setzen verstärkt auf pflanzliche Vielfalt, da diese das gesamte landwirtschaftliche System stärkt, anstatt sich auf eine einzige Lösung zu verlassen.

7. Datennutzung für schnelle Reaktion

Eine der größten Herausforderungen bei Trockenheit besteht darin, Probleme frühzeitig zu erkennen, um entsprechend reagieren zu können.

Wenn der Stress der Kulturen bereits sichtbar ist, kann das Ertragspotenzial unter Umständen schon verloren gegangen sein. Smart Farming ermöglicht es Landwirten, die Variabilität der Flächen zu überwachen, aufkommende Probleme zu identifizieren und fundiertere Bewirtschaftungsentscheidungen zu treffen.

Satellitenbilder, Bodenkarten und die teilflächenspezifische Ausbringung (Variable Rate Application) helfen dabei, Investitionen gezielt dort einzusetzen, wo sie die größte Wirkung erzielen, und gleichzeitig unnötige Ausgaben in ertragsschwächeren Bereichen zu vermeiden.

Die Smart-Farming-Technologien von Valtra vereinen Spurführung, Auftragsmanagement, Ausbringmengensteuerung und Datenerfassung in einer einzigen Plattform.

Neben der Verringerung von Überlappungen tragen diese Systeme zur Steigerung der betrieblichen Effizienz bei. Laut Valtra können Smart-Farming-Lösungen Überlappungen um bis zu 5 % reduzieren; dies hilft Landwirten, Betriebsmittel, Kraftstoff und Zeit zu sparen und gleichzeitig für eine gleichmäßigere Bearbeitung der Flächen zu sorgen.

Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren beginnt lange vor der Dürre.

Dürreperioden führten sowohl 2022 als auch 2023 zu einem Rückgang der Getreideproduktion in der EU um 10 % – ein Beleg für die zunehmenden Auswirkungen von Wassermangel auf die europäische Landwirtschaft. Für das Jahr 2026 ist mit noch stärkeren Einbußen zu rechnen.

Es gibt kein Allheilmittel gegen Dürre. Doch Landwirtschaftsbetriebe, die auf die Verbesserung der Bodengesundheit, die Verringerung von Bodenverdichtung, den Erhalt der Bodenbedeckung und den Einsatz von Präzisionstechnologien setzen, sind bei Trockenheit deutlich besser aufgestellt.

Der Klimawandel mag zwar Häufigkeit und Schweregrad von Dürreperioden erhöhen, er unterstreicht aber auch den Wert gesünderer Böden und intelligenterer Anbausysteme.

Die Betriebe, die heute in ihre Widerstandsfähigkeit investieren, sind am besten auf künftige Dürreperioden vorbereitet. Sprechen Sie mit Ihrem Valtra Händler vor Ort darüber, wie Sie sich schon jetzt bestmöglich für mögliche Dürreperioden in der Zukunft wappnen können.